Unsere ehemaligeN Teilnehmerinnen

"Ich fand es toll, dass die Alumnae dabei waren und die von ihnen gestellten Fragen waren auch sehr interessant. Außerdem fand ich sie sehr inspirierend."

Feedback einer Schülerin zum Programmtag Physik & Technik

Alumnae-Blog

Laura, mint:pink-Alumna von 2014, studiert Physik im 2. Mastersemester

Hi, ich bin Laura, 21 Jahre alt und studiere im zweiten Mastersemester Physik hier an der Uni Hamburg. Mein Schwerpunkt ist die medizinische Physik und ich arbeite im Nebenjob in der Radioonkologie am UKE.

 

Mein großer Traum 

Das Physikstudium war für mich schon immer ein großer Traum. Ich bin wohl eine von wenigen, die mit neun Jahren schon Physikerin werden wollte. Zugegebenermaßen wusste ich damals noch gar nicht so genau was Physik überhaupt ist und noch viel weniger was ein Physiker tatsächlich macht. Erst in der 7. Klasse im Gymnasium habe ich dann die ersten Erfahrungen mit Physik gemacht und ich muss ganz ehrlich zugeben wirklich begeistert haben mich die ersten Stunden meines Physikunterrichts nicht. Die ersten Lichtblicke gab es als ich in die Physik AG meiner Schule eingetreten bin. Dort haben wir viel experimentiert und uns selbst unsere Aufgaben gesucht, wie zum Beispiel die Teilnahme am Zero Emission Wettbewerb von EON, bei dem wir das ein oder andere brennstoffzellengetriebene Boot an den Start gebracht haben oder eine solar betriebenen Wasseraufbereitungsanlage gebaut haben. Das besondere war aber nie die Preise bei den Wettbewerben, sondern das Arbeiten im Team mit Gleichgesinnten, gemeinsam bis spät in der Schule hocken, diskutieren und ausprobieren bis die optimale Lösung gefunden war. Aber klar auch da hatte ich immer noch nicht wirklich viel Ahnung, was ein Physiker so treibt… Daher möchte ich euch noch von zwei weiteren Erlebnissen berichten, die maßgeblich für meine Studienwahl waren.

 

Quantenphysik am DESY 

Zum einen durfte ich damals genauso wie ihr an mint:pink teilnehmen. Ich war damals im allerersten Jahrgang von mint:pink und hatte die Möglichkeit viele unterschiedliche Unternehmen zu besuchen und spannende Persönlichkeiten kennenzulernen. Ein Programmtag ist mir aber noch besonders in Erinnerung geblieben, und zwar waren wir im Schülerlabor am DESY und eine Physikstudentin führte mit uns den Franz-Hertz-Versuch durch. Das hat mich echt sehr beeindruckt, als ich verstanden hatte, dass wir da tatsächlich ein bisschen Quantenphysik beobachten konnten. Das zweite Erlebnis war meine Teilnahme am German Young Physicists Tournament.  Bei diesem Wettbewerb forscht man an einem bisher ungelösten Problem, dass man zum Abschluss dann auf eine Konferenz vorstellt, diskutiert und seine Ergebnisse gegenüber anderen verteidigt.

 

Ganz schön sozial 

Und damit sind wir auch schon bei dem springenden Punkt, der für mich die Physik zu so einem wunderbaren Fach macht. Anders als viele denken, ist das Physikstudium ein ganz schön soziales Studium. Schon von Beginn an wurde uns Studenten klar gemacht, dieses Studium kann man nur im Team bestehen. Die Physik und wahrscheinlich auch jede andere
Naturwissenschaft lebt vom Austausch und vom Diskurs. Anstatt allein an meinem Schreibtisch zu sitzen, bestand mein bisheriges Studium zum großen Teil daraus, mich mit Kommilitonen zusammen zu setzen, gemeinsam Probleme zu lösen und bis spät abends über die Vorlesungsinhalte zu diskutieren.

 

Tipps fürs Studium
Natürlich muss man sich bewusst sein, dass das Physikstudium wirklich ein anspruchsvolles Studium ist, welches viel von einem abverlangt. Auch bei mir gab es immer wieder Momente, in denen ich mich gefragt habe, wofür mache ich das eigentlich. Daher möchte ich euch drei Dinge nennen, die mir geholfen haben, trotzdem mein Ziel weiterzuverfolgen:
Zunächst einmal eine gute Lerngruppe, die hinter einem steht, aber in der man auch lernt, dass man nicht allein mit solchen Gedanken ist. Zum zweiten einen Studentenjob, der zum eigenen Studienfach passt. Viele Professoren bieten Stellen für Studenten an, bei denen man die Möglichkeit hat Erfahrungen zu sammeln und in echten Forschungsgruppen mitzuarbeiten. Ich habe zum Beispiel während des gesamten Bachelors in einer Arbeitsgruppe am DESY gearbeitet. Dort habe ich viel gelernt, wurde aber auch immer wieder dran erinnert, wo ich vielleicht einmal mit meinem Studium hin möchte. Der letzte Punkt, der mir geholfen hat, war genügend Ausgleich. Das Physikstudium ist ein sehr kopflastiges Studium und manchmal kommt man einfach aus dem Denken nicht raus. Da hilft es einen Ausgleich zu haben, bei dem man wirklich den Kopf einmal frei machen kann. Mir helfen da zum Beispiel Sport oder mein Engagement bei den Pfadfindern.


Traut euch euren Interessen zu folgen und wenn es mal etwas gibt, was euch nicht so sehr interessiert, stellt euch vor Augen, welche spannenden Dinge ihr einmal machen könnt, wenn ihr damit durch seid. Nehmt so viele Angebote mit, wie ihr könnt. Seien es Angebote in der Schule, mint:pink oder auch im Studium. So könnt ihr für euch am besten herausfinden, wofür ihr brennt, oder wofür vielleicht auch einfach nicht. Und zu guter Letzt lasst euch nicht von falschen Klischees verunsichern. Überzeugt euch lieber selbst davon, wie wenig davon eigentlich der Wahrheit entspricht!


Susan, mint:pink-Alumna von 2015, studiert Medizintechnik im 5. Semester

mint:pink war meine Freifahrt in die Technikwelt

Vor fünf Jahren war ich selbst mint: pink-Teilnehmerin und wahrscheinlich genauso ahnungslos von der MINT-Welt wie Ihr. In der neunten Klasse habe ich mich nicht mit Technik beschäftigt. Weder Physik noch Mathe waren meine Lieblingsfächer. Mit Physik konnte ich nichts anfangen, Mathe war ein elendiges Muss und Informatik? Ich war ohnehin mit meinem eigenen Bildschirm überfordert, da kam das Programmieren nicht infrage. Das einzige naturwissenschaftliche Fach, in dem ich mithalten konnte, war Chemie. Letztendlich nahm ich an mint:pink teil, weil es spannend klang. Es war eine Möglichkeit, der Schulbank zu entfliehen und nicht, da bin ich ehrlich, weil ich mich für Technik interessierte. Gleich an meinem ersten Programmtag fiel ein Wort, das mir unbekannt war. Medizintechnik war ein Bereich, von dem ich nicht mal wusste, dass er existierte- heute aber studiere ich es. In den fünf Programmtagen habe ich nicht nur neue Interessen entwickelt, sondern viel von der Berufswelt mitbekommen. Es hat Spaß gemacht mit unserer kleinen Mädchengruppe, in neue Welten einzutauchen. Am Anfang unserer Reise haben wir alle einen Ordner bekommen. Den habe ich heute noch!

 

 Zweifeln gehört dazu

mint:pink hat mich nicht zum Technikgenie gemacht. Meine bittere Wahrheit war, dass ich immer noch schlecht in Physik war. Obwohl in den Programmtagen so viel Interessantes gezeigt wurde, waren die Schulthemen für mich langweilig und machten mir kein Spaß. Wenn man im Unterricht sitzt und sieht, dass jemand schneller auf die Antwort kommt, besser das Thema versteht oder kluge Fragen stellt, denkt man gleich, man sei nicht für das Fachgebiet geeignet. Dann stellt man sich selbst in Frage. In der zehnten Klasse habe ich mich deshalb gegen ein Physikprofil entschieden, aber für ein Chemieprofil.

 

Nach mint:pink verlor ich die Technik aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn

Nach meinem Abitur habe ich ein halbes Jahr Pause gemacht. In dieser Zeit habe ich mir nicht nur Gedanken über meine Zukunft gemacht, sondern auch bemerkt, dass ich wieder lernen wollte. Ich wollte studieren, aber schwieriger zu beantworten war: Was? Rein zufällig bin ich auf den Studiengang „Medizintechnik“ gestoßen. Ich erinnere mich bis heute gut an meinen ersten Programmtag und das Interesse, das ich während des Vortrages entwickelte. Es hat mich bestärkt, weiter mit dem Gedanken zu spielen, doch etwas Technisches zu studieren. Ein Blick auf die Module schreckte mich jedoch ab: So viel Physik und Mathe. Es schwang von Anfang an immer ein bisschen Angst mit. Was ist, wenn mir das zu schwer wird? Was, wenn ich es anfange und es mir überhaupt kein Spaß macht? In der Schulzeit zweifelte ich oft an mein Können. Aber ich hatte es satt, immer nur über die Risiken nachzudenken. Man sollte seinen Zweifeln nicht aus dem Weg gehen, sondern sie gleich konfrontieren. Und das habe ich gemacht. Ich habe mich beworben. Heute befinde ich mich im fünften Semester meines Medizintechnikstudiums und könnte nicht zufriedener sein. Schon an meinem ersten Uni-Tag wurde ich mit Physik, Mathe und Informatik konfrontiert. Aber ganz im Gegensatz zur Schule hat es plötzlich Sinn ergeben, was ich lernte und vor allem warum. Das, was in Mathe gerade noch Theorie war, fand in einem anderen Fach seine Anwendung. Im Studium beginnt man von Null und ab diesem Moment war ich dabei. Jetzt muss ich mich im Rahmen meines Studiums für einen Schwerpunkt entscheiden: Von Implantaten bis hin zur Softwaretechnik ist alles dabei.

 

Natürlich hatte ich während des Studiums schwierige Momente. Aber das ist okay. Oft ist es nur eine Phase. Dann mache ich die Augen zu und laufe weiter.